Cannabis Verordnung für Versicherte: 7 Plattformen und Fragen zu Genehmigung und Arztrolle 2026

Braucht ein Cannabis-Privatrezept eine Genehmigung der Krankenkasse? Welche Rolle spielt der Arzt, und was bedeutet das für gesetzlich Versicherte? Diese Fragen stellen sich vor jeder ersten Anfrage, und die Antworten der Anbieter fallen unterschiedlich ausführlich aus.

Die Übersicht stellt sieben Plattformen, mit weed.de an erster Stelle, nebeneinander und wertet aus, was sie zu Erstattung, Genehmigung und zur Rolle des Arztes veröffentlichen. Die Daten stammen allein von den Anbietern, wo ein Wert fehlt, steht „Nicht angegeben“. Honorare sind ohne Medikament und Versand angegeben, und Zahlen zu Kunden oder Bewertungen sind Eigenangaben, die hier nicht geprüft wurden.

Zur Einordnung vorab drei einfache Punkte, die für alle sieben Plattformen gelten, ob sie sich zur Kasse äußern oder nicht: Ein Arzt entscheidet über die Verordnung, die Plattform organisiert, die Apotheke gibt ab. Eine Erstattung kann keine Plattform fest zusagen, auch nicht die, die ausführlich über die Kasse schreibt. Und ein Rezept garantiert keine von ihnen.

Schnellauswahl

  • weed.de: nachvollziehbare Quellen und Aufklärung zur Kassenfrage
  • MedCanOneStop: Rechtsgrundlage und Kostenplanung
  • CannGo: Hinweis auf Genehmigung bei gesetzlicher Kostenübernahme
  • Grünhorn: Erklärung zu Antrag und Widerspruch

Versicherte, Kasse, Selbstzahlung: die Eckdaten

Für getrocknete Blüten entfällt die Erstattung der gesetzlichen Krankenversicherung, ohne Übergangsfrist: Wer vorher Blüten über die Kasse erhielt, verlor den Anspruch sofort, ein Sozialgericht hat eine Fortzahlung abgelehnt. Bestimmte Extrakte und zugelassene Fertigarzneimittel bleiben unter engen Voraussetzungen erstattungsfähig, wobei typischerweise ein Genehmigungs- oder Erprobungsrahmen der Kasse gilt.

Privatrezepte finanzieren Patienten selbst. Die Rolle des Arztes besteht dabei in der Prüfung und Verordnung, bei einer Erstattung entscheidet am Ende die Kasse nach ihren Richtlinien. Das beschreibt den allgemeinen Rahmen, bewertet keinen Anbieter und ersetzt keine Beratung. Wie ein Arzt im Einzelfall entscheidet, hängt von Ihren Angaben ab, und welche Voraussetzungen Ihre Kasse stellt, erfahren Sie bei der Kasse selbst. Plattformen können darüber keine Auskunft geben, sie können nur den Ablauf der Anfrage beschreiben.

1. weed.de

Zur Kassenfrage sagt weed.de klar, was gilt: Über ein privates Online-Rezept lässt sich keine Erstattung erreichen, getrocknete Blüten sind ausgeschlossen, die Plattform verweist dabei auf § 31 Abs. 6 SGB V. Die Patientenseite führt eine Quellenliste.

Die Anfrage läuft per Fragebogen oder Video, Ärzte mit Approbation aus Deutschland oder dem EU-Ausland prüfen. Die Plattform ist nach eigener Aussage weder Arzt noch Apotheke und garantiert kein Rezept. Der Vergleich zeigt 2.105 Produkte in 251 Apotheken, zur Wahl stehen Abholung und Versand über Dienste wie DHL, UPS, Hermes, DPD, GLS, GO!, Kurier und Uber Direct.

Anfragen sind jederzeit möglich, ein Arzt antwortet laut Plattform meist binnen eines Tages, Folgerezepte lassen sich über das Konto mit einem Kurzfragebogen bestellen. Betreiber ist die Tortuga Technologies (Germany) GmbH in Berlin, bei Trustpilot steht die Plattform bei 4,4 von 5 aus 59 Bewertungen.

  • Quellenliste, Lexikon mit 2.618 Sorten
  • Arztsuche für Praxistermine
  • Hilfe-Center, Apps für iOS und Android

Preise: 9,95 € Fragebogen, 29,90 € Video, plus Medikament.

2. MedCanOneStop

MedCanOneStop erklärt die Arztrolle über die Rechtsgrundlage: den Behandlungsvertrag nach § 630a BGB und approbierte Ärzte aus Deutschland und der EU. Gesetzliche Krankenversicherungen bezahlen private Ärzte laut Seite nie.

Patienten wählen einen kooperierenden Arzt, vorher steht eine kostenlose Vorprüfung, die Registrierung ist Pflicht. Das Honorar wird nur reserviert und bei Ablehnung freigegeben. Videotermine führen deutsche Ärzte.

Der Betreiber, MCOS GmbH, sitzt in Düsseldorf, die Server stehen nach eigenen Angaben in Deutschland. Auf Trustpilot erreicht die Plattform 4,9 Punkte bei 1.223 Bewertungen, auf Google 4,9 bei 3.246, Kontakt gibt es per Formular, Telegram und Instagram.

  • Kostenrechner für mehr als 550 Apotheken
  • Bewertungsdatenbank und Community
  • „OneStop“-Zahlung für Honorar und Medikament

Preise: 14,99 € angezeigt, Eigenanteil ab 8,16 €, Video ab 32,62 €.

3. CannGo

CannGo spricht Genehmigung und Kasse ausdrücklich an: Ausgestellt werden nur Privatrezepte, für eine gesetzliche Kostenübernahme nennt die Seite die Zustimmung des Medizinischen Dienstes als Voraussetzung. Die Ärzte sind approbiert, im Preisblock aus Deutschland und der EU.

Die erste Anfrage läuft über den Fragebogen mit Identitätsprüfung, ein Gespräch folgt nur, wenn der Arzt es verlangt. Das Honorar wird auf die GOÄ-Rechnung angerechnet und bei Ablehnung erstattet.

Folgeanfragen laufen über ein Dashboard, bezahlt wird per Mastercard, Visa, Apple Pay, Google Pay oder Klarna. Die Seite weist auf Abhängigkeitspotenzial und Fahrtüchtigkeit hin, bei Trusted Shops steht CannGo bei 4,79 von 5 aus 17.518 Bewertungen.

  • Ausweis nötig, Staatsbürgerschaft ohne Belang
  • Live-Bestand aus über 350 Apotheken
  • Ratgeber zu Rechtslage und Kosten

Preise: 14,99 € je Anfrage, Blüten ab 2,69 € pro Gramm plus Versand.

4. DrAnsay

Zur Arztrolle bleibt DrAnsay knapp: Eine Ärztin oder ein Arzt prüft den Fragebogen, Namen und Zulassungsland nennt die Startseite nicht. Die Ärzte hinterlegen laut Seite die Versicherungsart der Patienten, privat oder gesetzlich, zur Erstattung steht nichts auf der Startseite.

Ein Videogespräch ist freiwillig. Eine Preisgarantie wird mit Sternchen erwähnt, ohne die Bedingungen zu erläutern. Das Angebot umfasst neben Cannabis weitere Fachbereiche wie Gewichtsmanagement, Frauengesundheit und allgemeine Medizin, die iOS-App und ein Magazin ergänzen es.

Der Betreiber ist in der Newsletter-Einwilligung als Dr. Ansay Ltd. genannt, einen Firmensitz zeigt die Startseite nicht. Bezahlt wird per Karte oder Klarna, Medikamente zur Gewichtsabnahme gibt laut Seite ein niederländischer Partner ab.

  • Magazin, E-Books, iOS-App
  • Norm ISO/IEC 27001:2022 laut Seite
  • Lieferung in zwei bis vier Tagen oder Abholung

Preise: Cannabis-Honorar nicht angegeben.

5. CanDoc

CanDoc sagt knapp, was es nicht tut: Eine Abwicklung der gesetzlichen Erstattung bietet die Plattform derzeit nicht an. Die Ärzte stammen laut Startseite aus Deutschland, laut FAQ aus Deutschland und der EU und sind über Partnerpraxen angebunden.

Patienten wählen zuerst im Live-Bestand und stellen dann die Anfrage per Fragebogen oder Video. Bei Ablehnung fließen die Gebühren zurück.

Zahlungen laufen über Mollie, der Link ist 60 Minuten gültig. Das Unternehmen nennt seine Produkte GMP-zertifiziert, Städteseiten für mehr als 25 Orte und ein THC-Rechner ergänzen das Angebot, bei Trusted Shops steht CanDoc bei 4,51 von 5.

  • Bis zu sechs Sorten pro Rezept
  • Digitaler Patientenausweis für 10 €
  • LegitScript- und BfArM-Register-Siegel

Preise: 10 € Erstrezept, 5 € Folgerezept, 35 € Video.

6. GreenMedical

GreenMedical beschreibt eine klare Arztrolle: Alle Ärzte sind laut Anbieter in Deutschland approbiert und an die Schweigepflicht gebunden, eine persönliche Erstuntersuchung folgt bei Bedarf. Das Rezept ist privat, die gesetzliche Krankenversicherung rechnet es nicht ab.

Privat Versicherte können die Rechnung bei ihrem Versicherer einreichen. Die ärztliche Leistung ist umsatzsteuerfrei, Medikamente werden zu gesetzlichen Apothekenpreisen abgegeben.

Für Notfälle ist der Dienst nicht gedacht, die Seite verweist auf 112 und 116 117. Neben Cannabis bietet der Anbieter Gewichtsmanagement an, bei Trustpilot steht er bei 4,7 von 5.

  • Anamnese in etwa fünf Minuten
  • Verzeichnis von Cannabis-Apotheken
  • Datenhaltung in Deutschland

Preise: Rezepte ab 9,95 €.

7. Grünhorn

Grünhorn erklärt den Weg der Erstattung selbst: den Antrag bei der Krankenkasse und den Widerspruch bei einer Ablehnung. Ärzte beschäftigt die Plattform nicht, neue Patienten werden an Ärzte und Telekliniken weitergeleitet.

Wer ein Rezept hat, löst es ein: E-Rezept hochladen oder Papierrezept senden, geliefert wird per DHL. Eine pharmazeutische Beratung lässt sich buchen.

Die Plattform gehört zu einer Leipziger Partnerapotheke und beruft sich auf Erfahrung seit 2020, sie ist im Register der Online-Apotheken verzeichnet. Ein Blütenfinder nutzt THC- und CBD-Werte sowie das Terpenprofil, bezahlt wird per Karte, Klarna oder auf Rechnung.

  • Terpenwerte aus eigenem Labor laut Apotheke
  • Patientenausweis kostenlos
  • Versand 5,99 € unter 149,99 € Warenwert

Preise: Kein Honorar, Blüten laut Live-Bestand etwa 4,99 € bis 8,49 € pro Gramm.

Der Vergleich in einer Tabelle:

Anbieter

Aussage zur Kasse

Hinweis zur Arztrolle

Honorar

weed.de

Nicht über private Online-Rezepte

Weder Arzt noch Apotheke

9,95 € oder 29,90 €

MedCanOneStop

Kassen zahlen private Ärzte nicht

Behandlungsvertrag § 630a BGB

14,99 € angezeigt

CannGo

Genehmigung durch Medizinischen Dienst

Approbierte Ärzte

14,99 €

DrAnsay

Nicht angegeben

Ärztin oder Arzt, Land offen

Nicht angegeben

CanDoc

Keine Abwicklung

Partnerpraxen

10 € Erstrezept

GreenMedical

Kasse rechnet nicht ab

In Deutschland approbiert

Ab 9,95 €

Grünhorn

Erklärt Antrag und Widerspruch

Verordnet nicht selbst

Entfällt

Privatrezept: Begriff und Abgrenzung

Ein Privatrezept ist eine ärztliche Verordnung auf Selbstzahlerbasis. Es unterscheidet sich vom Kassenrezept dadurch, dass keine gesetzliche Krankenversicherung abrechnet und kein Genehmigungsverfahren der Kasse vorausgeht. Die ärztliche Prüfung bleibt in beiden Fällen Voraussetzung.

Für Versicherte folgt daraus ein Abwägen, das vor der Anfrage stattfinden sollte. Die Plattformen unten helfen dabei, indem sie ihren Ablauf und ihre Kosten offenlegen, eine Entscheidung nehmen sie niemandem ab. Wer eine Erstattung anstrebt, braucht den Weg über Arzt und Kasse, ein Privatrezept ist damit nicht zu verbinden, weil die Kosten dann selbst getragen werden.

Häufige Fragen

Braucht ein Privatrezept eine Genehmigung der Kasse?

Nein. Ein Privatrezept läuft außerhalb des Genehmigungswegs der Kasse und wird vom Patienten bezahlt. Eine Genehmigung ist bei Kassenerstattung relevant, CannGo nennt dafür die Zustimmung des Medizinischen Dienstes.

Welche Rolle hat der Arzt bei der Verordnung?

Der Arzt prüft Ihre Angaben, entscheidet über die Verordnung und stellt das Rezept aus. Plattformen organisieren den Ablauf, nennen Honorare und beschreiben, welche Unterlagen nötig sind, etwa einen gültigen Ausweis wie bei CannGo.

Wer zahlt die Verordnung?

Bei Privatrezepten zahlen Patienten selbst. Privat Versicherte können beim Versicherer um Erstattung bitten, GreenMedical und Bloomwell stellen dafür Rechnungen aus.

Wo finde ich Informationen zur Erstattung?

Grünhorn erklärt Antrag und Widerspruch, weed.de belegt seine Aussagen mit einer Quellenliste. Verbindliche Auskünfte gibt Ihre Kasse, Hinweise zum Ablauf der Anfrage finden Sie bei den Anbietern selbst.

Was kostet das Arztgespräch?

Die Honorare reichen von 9,95 € bei weed.de und GreenMedical bis 35 € für Videotermine bei CanDoc, Grünhorn nimmt kein Honorar. Medikament und Versand kommen hinzu.

Gilt die Rechtslage dauerhaft so?

Nein. Online-Verschreibung und Apothekenversand sind derzeit erlaubt, ein Gesetzentwurf zu persönlichem Arztkontakt bei Blütenrezepten und Versandverbot liegt im Gesundheitsausschuss.

Fazit

Die Daten zeigen im Überblick: Zur Kassenfrage äußern sich weed.de, Grünhorn, CannGo, MedCanOneStop, CanDoc und GreenMedical, DrAnsay nicht. weed.de verbindet die Aussage mit einer Quellenliste und festen Honoraren, Grünhorn erklärt den Weg zur Kasse. Klären Sie Einzelfragen mit Arzt und Kasse, bevor Sie anfragen, und lesen Sie die Bedingungen der Anbieter.